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Oh Imam

von Zeinab Jamaleddine

Oh Imam,
seit Wochen frage ich mich..
Was schreibe ich?
Ein Gedicht oder ein Brief an dich?
Mit welchen Worten fange ich an?
Ich entscheide mich für einen Salam!

Assalamu alaikum ya saheb alzaman.

An jedem Freitagabend, zur selben Zeit,
gucke ich durch das Fenster in die Finsternis.
Dort draußen erkenne ich die Dunkelheit,
diese erinnert mich immer wieder an die Ungerechtigkeit.
Ich schaue zu den schwarzen Himmel nach oben.
Hierbei sind meine Hände weit erhoben.
Mit Trännen in den Augen schreie ich :
„Oh Imam, ich verstehe nicht!
Viele Fragen habe ich an dich.“

Oh Imam, ich frage Dich

Wann kommst Du? Zur welcher Zeit?
Und uns befreist, von diesem Elend,
von diesem Leid.

Oh Imam, ich frage Dich

Wo bist du? An welchem Ort?
In Süd oder in Nord?

Oh Imam, ich frage Dich

Warum diese Unterdrückung, warum diese Ungerechtigkeit?

Oh Imam, ich frage Dich

Warum dieser Krieg, warum dieser Schmerz?
Das fließende Blut, das bricht mir mein Herz.

Oh Imam, ich frage Dich

Warum Moslem und Moslem bekriegen sich?
Warum Schiite und Schiite bekämpfen sich?
Warum Bruder und Bruder hassen sich?

Oh Imam, ich frage Dich

Wann ist das Ende von diesem Leid?
Wann ist es endlich soweit?

Oh Imam, all diese Fragen habe ich.
Jeden Freitagabend, zur selben Zeit.
Nun, mein Brief an dich, beende ich.

Jetzt wende ich mich an Dich.
Ja, an Dich!
Du, der mich grad anguckt, wenn ich mit ihm sprich.
Lass uns dagegen etwas unternehmen.
Du fragst mich: „Wie?“
Ich sage dir:
Indem wir uns gut benehmen,
Indem wir unsere Zunge bewahren,
Indem Sunna und Schia sich vertragen,
Indem wir uns gemeinsam für die Gerechtigkeit bewegen und den Erlöser und seine Vorfahren als Vorbild nehmen.
Denn nur so kann es möglich sein, die Anhänger des zwölften Imames zu sein.
Denn nur so sind wir für die Rückkehr bereit.