Kategorie-Archiv: Recht und Gerechtigkeit

Der Gerechtigkeit nicht beizustehen, wär ein Verrat am Frieden!

Geraubtes Recht zurückerlangen,
das war seit jeher teuer
zur Zeit der Griechen und der Römer
und gleichwohl auch noch heuer.

Wagnis eingehen und riskier’n,
muß, wer erobern will
ein Recht für sich und and’re Menschen
und oft verliert er viel.

Das Eigentum, Gesundheit, Ansehen,
ja selbst das Leben in Gefahr
Welch hoher Tribut immer doch
für’s Recht zu zahlen war!

Was heut der Mensch an Freiheiten,
sei’s auch beschränkt, genießt,
ob man ihm diese gnadenvoll,
so einfach überließ?

Ob jener wohl, der Euch entrechtet,
freiwillig Recht erteilt?
Und ob, wer Macht, Profit begehrt,
gerecht zu sein, sich eilt?

Das Recht haben die Freiheitskämpfer
mit ihrem Leid errungen.
Durch Mut ist dieser kleine Vormarsch
des Menschenrechts gelungen.

Echte Gerechtigkeit, o ja,
an ihr herrscht großer Mangel.
Kein Müßiggänger bringt sie je,
an seine leere Angel.

Seht! Wieviel Blut musste nicht schon
in die Geschichte fließen,
bis Menschenhelden Menschlichkeit
der Menschheit hinterließen.

Gerechtigkeit – nicht nur für manche,
Gerechtigkeit uns allen.
Doch diesen Manchen, das steht fest,
will dieses Wort mißfallen.

Das Maß für die Gerechtigkeit,
das wollen die bestimmen,
die ohne Achtung anderer Rechte,
in Macht und Reichtum schwimmen.

Doch die, die da ihr Unrecht trifft,
auch die wird’s somit geben.
Sie spüren ja des Rechtes Sinn
und werden Recht erstreben.

Und der Gerechteste Gerechte,
ihr Gott, ihr Gott hilft ihnen.
Er steht besonders jenen bei,
die innig nur ihm dienen.

Wenn sie mit allen ihren Kräften,
auf ihre Rechte pochen,
so hat er ihnen in der Schrift
Hilfe und Lohn versprochen.
Hat seinen Beistand klar verkündet,
auf daß keiner verzage
und mit Geduld vertrauensvoll
den harten Kampf ertrage.

den unermüdlich Strebenden
verkündet Lohn Er, reichen.
Und schon die Liebe zum Gerechten
läßt Freude sie erreichen.

Der Kampf um Rechte, er enthält,
für jene solche Süße,
daß Leben ohne dieses Streben
ein Totsein für sie hieße.

Wer mag es schon, daß man sein Recht
so einfach nähme fort?
Wer wähnte unzufrieden sich
gäb‘ man ihm’s allerorts?

Wenn jeder einem jeden and’ren
sein Recht auf Rechte gäbe,
es wäre wahrer Frieden, was
die Menschheit dann erlebe.

Solang‘ jedoch gewisse Leute,
das Recht von Völkern rauben,
wird kaum einer der wachen Menschen
an Friedensaussicht glauben.

Die, die die Menschen, wo es geht,
aus Eigennutz entrechten,
und die, die sie profiterheischend
nach ihrem Wunsch verknechten,

sie sind es, die in dieser Welt
um Frieden uns betrügen,
sie spielen einen Friedensboten,
verblenden uns mit Lügen.

Doch Liebe zur Gerechtigkeit
ließ nie sich unterdrücken.

Und Menschen gibt es immer wieder,
die sich zum Kampf anschicken.

Denn soll das Banner wahren Friedens
über dem Erdball wallen,
so müssen böse Mächte doch
sich fügen oder fallen.

Ob der, der sich in seiner Macht,
in seinem Reichtum sonnt,
ob, wer das Unrecht selbst verübt,
je zur Besinnung kommt?

Und Du, der Du doch auch den Frieden,
das Recht im innern liebst.
Gott und Entrechtete erwarten,
daß Du’s zum Ausdruck bringst

Gedeutet wird’s als Zustimmung,
wenn Du Dich zeigst im Schweigen.
Gesellst Du Dich denn damit nicht
zum unlauteren Reigen?

Laß laut und offen Deine Zunge
gegen das Unrecht sprechen!
Entschließ Dich doch, des Schweigens Siegel
für immer aufzubrechen.

Und wer noch nicht die ganze Wahrheit
genügend klar erkennt,
der geh ihr nach, es gibt ja wen,
der sie für allen nennt.

Auch hütet Euch, werdet bewußt!
Man möchte Euch verschaukeln,
und Euch gar Unrechtmäßiges
als reines Recht vorgaukeln.

Ergebt Euch nicht, ängstigt Euch nicht
vor solch geschwächten Mächten.
Die Gottesmacht – sie ist mit denen,
die um das Rechte fechten.

Das hungernde Kind

Schließt eure Augen.
Benutzt nun zum sehen
euer Herz.
Seht ihr dort, dieses kleine
verhungernde Kind?
Seht ihr die Ärmchen,
die hilfesuchend in eure
Richtung ausgestreckt
bittend sind?

Seht ihr die dünnen
Arme und Beinchen,
das ausgemergelte Gesicht?
Den riesig vom Hunger
aufgeblähten Bauch,
seht ihr den auch?
Die Äuglein blicken schon
fast teilnahmslos und leer.
Ist dieser Anblick nicht
unerträglich und schwer?

Es braucht so wenig,
um dieses kleine
Menschlein zu retten.
Solange es hungernde
Menschen gibt,
haben wir keinerlei Recht,
uns in Zufriedenheit
zu betten.
Müssen moderne Schuhe,
ständig neue Kleidung
und viel zu viele Kinkerlitzchen
denn wirklich sein?

Frau Nachbarin hat neue
Teller im Schrank zu stehn,
Das Gleiche möcht man
bei sich jetzt sehn.
All die ständig neuen Dinge,
sie müssen doch nicht
wirklich sein.
Setzt dieses Geld lieber
für die Hungernden ein.

Unser Herr versorgt uns,
daß ein jeder
satt werden kann,
und dennoch gibt es
Menschen auf der Welt,
welche hungern, wie
dieses kleine Kind.
Reiht euch nicht ein
in die Rige der Maßlosen
und Ungerechten.

Verspürt ihr nicht auch
dieses große Wut
und wie weh es dem
Herzen tut?
Die Seele findet keine Ruh
und man denkt an die
Notleidenden immerzu.
Gebt euren Herrn ein
gutes Darlehen, damit
sterbende Kinderaugen
in eine glückliche Zukunft sehen,
könnt ihr, was ich
sagen will verstehen?

Habt ihr einem solchen Kind
eine Zukunft gegeben,
so gereicht euch das
für Gutes im nächsten Leben.
Nun kann man sich
in Frieden zur Ruhe betten,
denn was man tun kann,
hat man vollbracht,
und hat sich dabei auch noch
selbst ein Geschenk gemacht.

Jenen, die maßlos das
Eigentum anderer aufzehren
erteiltet ihr eine Lektion
in Menschlichkeit.
Sie aber werden belächelnd
diese menschliche Größe
nicht erkennen,
weil sie damit beschäftigt sind,
den Reichtümer dieser Dunja
hinterher zu rennen.

Wer viel hat,
will immer noch mehr,
das teilen fällt jenen
unsagbar schwer.
Sie häufen in ihren Seelen
Dunkelheit auf Dunkelheit.
Ihr jedoch habt eure Seelen
daraus befreit.

Wenn ihr also wieder
völlig unnütz ausgeben
wollt die Mittel,
die unser Herr euch hat
zu eurer Nutzung überlassen,
so seid nicht wie jene,
die die Barmherzigkeit und
die Menschlichkeit hassen
und jedwige Chance
zu ihrer Erettung
ungenutzt verstreichen lassen.

Denkt immer an die
an die ausgestreckten Ärmchen
von einem hungernden Kind
und handelt so,
als wenn es eure
eigenen Kinder sind.

2004